#MoveTheDate – den Welterschöpfungstag verschieben

#MoveTheDate - den Welterschöpfungstag verschieben

Bis Mitte der 80er Jahre hat es die Erde noch geschafft unsere jährliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen durch Regeneration und Nachwachsen wieder auszugleichen. Seit 1987 verbrauchen wir mehr als innerhalb eines Jahres nachwächst und haben deshalb schon heute langfristig Probleme wie Klimawandel, Artensterben und Wassermangel. Aber was können wir hiergegen tun? Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg äußerte sich Ende des Jahres 2018 hierzu und sieht die Klimakrise als ein lösbares Problem, wofür wir bereits alle Fakten und Lösungen vor uns haben: es heißt nur aufwachen und uns verändern. So einfach ist das jedoch nicht. Der Welterschöpfungstag fiel 2019 auf den 29. Juli. Im Vergleich zum Jahre 2018 sind das wieder drei Tage früher. Damit der Earth Overshoot Day 11 Tage später stattfindet, müssten bspw. die Nahrungsmittelabfälle weltweit halbiert werden.

Wir leben auf Kredit

Der von der Organisation Global Footprint Network genannte Tag stellt die Biokapazität der Erde, die innerhalb eines Jahres generiert werden kann, und den ökologischen Fußabdruck der Menschheit gegenüber. Anhand dieser Konto-Rechnung wird ermittelt, an welchem Datum die Menschheit bereits mehr Ressourcen verbraucht hat als die Erde in einem Jahr regenerieren kann, das heißt wann die Nachfrage das Angebot übersteigt. Näheres zur Methode findet ihr unter www.overshootday.org. Es lässt sich beobachten, dass sich dieses Datum in den letzten 40 Jahren immer mehr nach vorne verschoben hat. Die Menschheit lebt, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung – d.h. wir verbrauchen die Rohstoffe der Natur 1,7-mal schneller, als die Erde sich erholen kann. Betrachtet man die einzelnen Industrienationen – speziell Deutschland – rückt das Datum deutlich näher: 03. Mai 2019 – Demnach bräuchten wir drei Erden, wenn alle Menschen so leben würden wie die Bevölkerung in Deutschland.

 

Unser Lebensstil

Ein wesentlicher Bestandteil des ökologischen Fußabdruckes ist das klimawirksame Gas CO2. Die Deutschen erzeugen im Durchschnitt pro Kopf ca. 12 Tonnen Kohlendioxid. Um die Erde im Gleichgewicht zu halten, müsste dieser Wert bei zwei Tonnen liegen. Anderenfalls führt die steigende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu einer Erwärmung der Erde mit fatalen Folgen für Natur und Lebewesen.

 

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Die Massentierhaltung verschlingt eine Menge an Ressourcen und Ackerflächen und produziert einen CO2-Ausstoß, welcher unmittelbar den Klimawandel und somit die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt beeinflusst. Allein 750 Millionen Tiere werden jedes Jahr in Deutschland geschlachtet. Dabei ist ein Kilo Fleisch zehnmal umweltbelastender als ein Kilo Gemüse. Die industrielle Viehzucht verursacht mehr CO2 als das weltweite Verkehrsaufkommen. Die Grafik verdeutlicht, dass bereits bei den Emissionen der Landwirtschaft ca. 25 Millionen Tonnen CO2  nur durch die Verdauung und Haltung der Tiere erzeugt werden. Andere schädliche Emissionen wie Methan und Lachgas sind in der Rechnung nicht enthalten. Mit  steigenden Durchschnittstemperaturen und veränderten Wetterbedingungen leidet die Menschheit als Verursacher selbst durch Ernteschäden. Weitere Nebenwirkungen der Massentierhaltung neben der Förderung des Klimawandels sind die Bildung von Antibiotika-Resistenzen, Verunreinigung von Grundwasser, ein viel zu hoher Wasserverbrauch (für 1kg Rindfleisch werden 15.000l Wasser benötigt) und eine Verringerung der Artenvielfalt aufgrund der Bildung von Monokulturen.

Auf Kosten des Regenwaldes

Die industrialisierte Landwirtschaft ist für ein Drittel der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Einen großen Anteil daran hat die Waldrodung des Regenwaldes für Viehhaltung und Futtermittelanbau mit Soja. Alle 2 Minuten geht weltweit eine Fläche von 35 Fußballfeldern (ca. 60.000 qm) verloren. Für die einheimische Massentierhaltung importiert die EU große Mengen an Soja und trägt damit indirekt zur Abholzung des Regenwaldes bei.

 

Klima-Beitrag im Haushalt

In der eigenen Wohnung werden CO2 und Rohstoffe direkt und indirekt über den Energieverbrauch erzeugt bzw. verbraucht. Für Warmwasser und Raumwärme wurden in Deutschland 2015 direkte 119,4t CO2 produziert. Zwar steigt der Trend zu effizienteren Heizungen und stärkerer Nutzung erneuerbarer Energien, allerdings steigt ebenfalls der Trend zu einer höheren Wohnfläche pro Person. Darüber hinaus entstehen hohe indirekte Emissionen durch die Energiebereitstellung für die privaten Haushalte beispielsweise bei der Erzeugung von Elektrizität durch Kraftwerke. Im Jahr 2015 lagen die indirekten Emissionen insgesamt bei 93,4t CO2. Summa summarum entspricht das pro Kopf bereits 2,5 Mio. Tonnen CO2.

 

Einmal um die Welt

Das klingt nach dem Wunsch von Vielen aber bereits ein Hin- und Rückflug von Deutschland auf die Malediven erzeugt ca. 5 Tonnen CO2 pro Person. Unten auf der Straße fahren die Autos dank neuer Technologien und Vorschriften grundsätzlich umweltschonender als früher. Aufgrund des gestiegenen Pkw-Bestandes sind die Emissionen in Deutschland jedoch um 2,3% auf 170,6 Mio. Tonnen CO2 gestiegen. Die untere Grafik verdeutlicht den CO2-Ausstoß pro Personen-Kilometer. Dabei sind durchschnittliche Auslastungsgrade der Verkehrsmittel berücksichtigt. CO2-Äquivalente sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawerte, da unterschiedliche Treibhausgase unterschiedliche Treibhauseffekte erzielen.

Unser Konsumverhalten

Vor allem unsere Ernährung erzeugt 15% der privaten Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland. Neben dem bereits erwähnten Fleischkonsum, hat auch der Kleidungs-Kauf einen Einfluss auf die Umwelt. Neben der Verunreinigung von Seen und Gewässern, verbraucht die konventionelle Baumwollindustrie Unmengen an Wasser. Allein für die Herstellung eines Baumwoll-Shirts werden im Durchschnitt ca. 2500 Liter Wasser verwendet – in eine Badewanne passen 150 – 180 Liter. Der Aralsee war in den 60er Jahren einer der fünf größten Seen weltweit. Durch die Wasserabzweigung für Reis und Baumwolle ist der See inzwischen fast ausgetrocknet.

 

Das kannst Du tun

Damit der Earth Overshoot Day zukünftig nicht noch früher im Jahr liegt, hast du folgende Möglichkeiten dich zu engagieren:

  • ÖPNV und Fahrrad nutzen und das Auto öfter mal stehen lassen

    Fleischkonsum einschränken

  • Beim Einkaufen regional erzeugte Produkte bevorzugen
  • Bewusst einkaufen, indem Du langlebige Produkte kaufst
  • Abfälle vermeiden, indem Du Verpackungen reduzierst

Zu guter Letzt: Wer wissen möchte wie groß der eigene ökologische Fußabdruck ist, kann dies online unter www.fussabdruck.de herausfinden.

Kontakt

Nachhaltigkeitsmanager

Georg Richarz

Porträt des Nachhaltigkeitsmanagers Georg Richarz

Tel.: 06151 16-29438

E-Mail