Historie: NS-Zeit

NS-Zeit

"Kameradschaftsförderung" und "Führerprinzip"

Das Studierendenwerk Darmstadt 1933 - 1944

Die Otto-Berndt-Halle, heute Mensa Stadtmitte, unterm Hakenkreuz: Versammlung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes zur Hundertjahrfeier der TH Darmstadt im Mai 1936 /Bildquelle: Jahrbuch der TH Darmstadt 1936, S. 31

Die NS-Vergangenheit des Darmstädter Studierendenwerks – eine Annäherung

von Ulrike Laux, Geschäftsführerin Studierendenwerk Darmstadt

Die Zeit des Nationalsozialismus ist in Gefahr, in Vergessenheit zu geraten; immer weniger Menschen sind Zeitzeugen. Dadurch wächst das Risiko, Fehler der damaligen Zeit zu wiederholen und aktuelle kritische Entwicklungen zu verharmlosen.

Unternehmen, die schon  in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts existierten, kommen  "in die Jahre".  Ein wacher Blick zurück muss sich aber gerade deshalb immer wieder neu auf die Phase der nationalsozialistischen Machtergreifung und die Zeit der NS-Herrschaft richten.

Das Studierendenwerk - seit 1938 Anstalt des öffentlichen Rechts

Das 1921 gegründete Studierendenwerk Darmstadt ist seit 1938 Anstalt des öffentlichen Rechts. Damit könnte das Studierendenwerk im Jahr 2013 sein 75-jähriges Jubiläum in dieser Rechtsform feiern. Und tatsächlich profitieren wir noch heute davon, dass wir beispielsweise als gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechtes Steuervorteile genießen und  dass etwa eine Gewährleistungsbürgschaft  des Landes Hessen gewisse finanzielle Sicherheiten bietet.

Doch rechte Feierlaune kann nicht aufkommen. Zu wenig wissen wir noch darüber, welche Rolle das Studierendenwerk und seine Repräsentanten in der damaligen Darmstädter Gesellschaft gespielt haben. Wie die „Gleichschaltung“ konkret aussah, das heißt, wie sich das damalige Studierendenwerk und seine Repräsentanten in das NS-Unrechtssystem funktional und ideologisch eingefügt und welche Aufgaben sie für die NS-Gesellschaft erfüllt haben, darf uns aber nicht  gleichgültig sein.

Die unterstützenden sozialen Angebote des Studentenwerkes wurden, wie das Beispiel der "Kameradschaftsförderung" zeigt, offensichtlich propagandistisch vereinnahmt, ideologisch auf Linie gebracht und missbraucht, um das Regime zu stützen. Eine erste knappe historische Bestandsaufnahme meines Vorgängers Gundolf Weibel liegt bald 20 Jahre zurück. Das oben genannte Jubiläum nehmen wir daher zum Anlass für den Beginn einer genaueren Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Was heißt Gleichschaltung konkret?

Aus der Zeit des Nationalsozialismus liegen uns bis jetzt nur wenige Dokumente vor, die das Darmstädter Studierendenwerk konkret betreffen. Wir wollen deshalb unsere Recherche erweitern. Wir  würden uns freuen, wenn wir aufgrund des hier vorgelegten Materials neue Erkenntnisse gewinnen können.

Wenn Sie als Leser Ihre Informationen über das Studierendenwerk in der damaligen Zeit mit uns teilen möchten, oder Sie sogar Zugang zu persönlichen Erinnerungen an das damalige Studierendenwerk haben, wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Öffentlichkeitsarbeit: pr@studentenwerkdarmstadt.de.

Darmstadt, im Dezember 2013

 

Weitere Informationen

Historische Bestandsaufnahme "Studentenwerk und Nationalismus" von Gundolf Weibel, 1996

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