Darmstädter Weg – Weiter gegen den To-Go-Müll

Weiter gegen den To-Go-Müll!

Im November 2017 fand im Rahmen der europäischen Woche der Abfallvermeidung eine Studierendenbefragung zur Kaffee-To-Go-Nutzung auf dem Campus statt: Die Mehrheit sprach sich hierbei für ein nachhaltiges Mehrwegbechersystem aus.

Zu ihren bisherigen Vorlieben in Sachen Bechernutzung gaben 56 % der Befragten an, am liebsten aus Porzellan zu trinken, während nur 17 % einen To-Go-Pappbecher favorisieren. Aber: In der Praxis, bei der tatsächlichen Nutzung, lagen beide Gruppen fast gleichauf – 40 % gaben an, am häufigsten den Porzellanbecher zu nutzen, während 36 % der Kaffee-KonsumentInnen die To-Go-Variante nutzt. Das Ergebnis verdeutlicht den Flexibilitätsvorteil des To-Go-Prinzips, zeigte aber gleichzeitig, dass To-Go-Becher zwar häufig genutzt, aber gar nicht so gern verwendet werden. Die Ergebnisse wiesen auf das Potential für die Einführung eines Mehrwegbechersystems hin. Für ein optimales, darmstadtweites System schlossen sich die Hochschule Darmstadt und Wissenschaftsstadt Darmstadt, das Darmstadt City- marketing e.V., IFID, EAD, HEAG, e-hoch-3 und das Studierendenwerk zusammen.

Wie das Mehrwegbechersystem funktioniert und wie der Prototyp aussieht, präsentierten wir im November 2018 während der Europäischen Woche der Abfallvermeidung in unseren Mensen:

Der „Darmstädter Weg“

Geplant ist ein Kreislaufsystem zu etablieren: Der Becher wird vom Hersteller produziert, durch die teilnehmenden Heißgetränke-Anbieter wird er in Verkehr gebracht, dabei erwirbt der/die Becher-NutzerIn einmalig eine Pfandmarke, die bei jedem teilnehmenden Anbieter gegen einen neuen Becher eingelöst werden kann. Der EAD übernimmt den Transport der zurückgeführten Becher für einen stetigen Ausgleich zwischen allen teilnehmenden Heißgetränke-Anbietern und gleicht somit eventuelle Becher-Engpässe im System aus. Ist der Becher nicht mehr einsetzbar, wird er nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip (vom Ursprung zum Ursprung) verwertet. Nach aktuellem Stand wird der Becher aus Polypropylen hergestellt und ist zu 100 % wiederverwertbar.

Die Anforderungen der Projektpartner an das Mehrwegsystem waren von Angang an:

  • Abfallvermeidung
  • Ressourcenschonung
  • Recyclebarkeit
  • Schadstofffreiheit

Zielsetzung

Durch das Mehrwegbechersystem sollen 1.054.000* Wegwerfbecher pro Jahr in

Darmstadt eingespart werden. Das wäre eine Ersparnis von 12 Tonnen* Müll pro Jahr und würde einen Rückgang von 20 %* der Wegwerfbecher bedeuten.

Das Studierendenwerk wird einer der ersten „Inverkehrbringer“ sein. Eine Einführung ist nach aktuellem Stand für Frühjahr 2019 geplant. Im laufenden Betrieb wird der Prozess durch die Hochschule Darmstadt weiter wissenschaftlich begleitet – zur kontinuierlichen Optimierung auch des Becher-Spülvorgangs und des Herstellungsprozesses.

*Richtwerte

Aktueller Zwischenschritt

Derzeit gibt es eine gestaltete To-Go-Variante, die auf die Abfallproblematik hinweist. Dieser Becher kostet statt bisher 20 dann 30 Cent Aufschlag. Wir regen also an weniger davon zu benutzen und stattdessen Porzellan zu wählen. Auch selbst mitgebrachte Mehrwegbecher können gefüllt werden.

 

Zahlen zum To-Go-Becher-Verbrauch

Stündlich werden in Deutschland 320.000 Einwegbecher verbraucht,

  • pro Jahr drei Milliarden Becher,  320.000 Einwegbecher jede Stunde, 89 Becher pro Sekunde

Durch die Herstellung inkl. Deckel entstehen jährlich 111.000 Tonnen CO2-Emissionen

  • Für die benötigte Pappe werden jährlich ca. 40.000 Bäume geschlagen und 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht, d.h. pro Becher ein halber Liter, mehr als die Menge, die darin serviert wird.

(Quelle: Verbraucherzentrale Bayern)

 

Kontakt

Nachhaltigkeitsmanager

Georg Richarz

Porträt des Nachhaltigkeitsmanagers Georg Richarz

Tel.: 06151 16-29438

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