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Sprühen was das Zeug hält

Eisbergmodell als Graffiti: Projekt-Team greift zu Spraydosen

Von Ann-Kathrin Landzettel

Zum Abschluss des gemeinsamen Projekts „Vielfalt leben“ griffen die Schüler*innen der AG „Schule ohne Rassismus“ der Albert Schweitzer-Schule in Groß-Zimmern gemeinsam mit dem Tutoren-Team von "Studium+M" des Studierendenwerks Darmstadt zur Spraydose. Begleitet wurde der Kreativ-Tag von Graffiti-Künstler und Diplom Kommunikationsdesigner Jörn Heilmann.

„Das machen Sie bestimmt nicht illegal“ – mit diesem Satz lernten sich die Projektleiterin von „Studium+M“ und Graffiti-Künstler Jörn Heilmann kennen. „Als ich die Sprayer auf dem Luisenplatz in Darmstadt gesehen habe, dachte ich sofort an die Projekt-Gruppe der Schule. Also habe ich Jörn Heilmann einfach angesprochen“, erinnert sich Christina Wendt. Der bildende Künstler, der auch Vorstand der Künstlervereinigung DARMSTÄDTER SEZESSION ist, fand die Idee spannend, die Gruppe zum Projektende künstlerisch zu unterstützen.

Eisbergmodell-Graffiti: Vielfalt leben aus der Spraydose

Mit Atemschutz, bunten Spraydosen, selbstgebastelten Schablonen und viel Motivation setzte das Projekt-Team unter der Anleitung des Sprayers die Erkenntnisse aus dem Schuljahr 2017/2018 gestalterisch um und brachte auch das Eisbergmodell auf die Leinwand. „Oberflächliches Bewerten, Verurteilen und Handeln kommt oft dadurch zustande, weil wir nicht ‚unter die Wasseroberfläche des Eisbergs‘ blicken. Das Eisbergmodell hat uns gezeigt, wie wichtig die Reflexion des eigenen Verhaltens und der eigenen Handlungsweisen ist, um Diskriminierung und Alltagsrassismus ‚etwas‘ entgegensetzen zu können. Dieses ‚etwas‘ kann gelingen durch Perspektivwechsel und die Bereitschaft, seine Denkmuster zu verändern, um seinen eigenen kleinen Beitrag zu ‚Vielfalt leben‘ beizutragen“, so die Erkenntnis des Projekt-Teams.

Außerdem wurden die durch das Eisbergmodell gewonnenen Erkenntnisse in Form von Statements auf Plakate gesprüht, darunter: „Wer sagt, wer ich bin?“ und „Zeit für einen Perspektivwechsel“. Abschließend bekamen alle ein T-Shirt, auf das sie mit einer speziellen Sprüh-Technik „RESPECT“ schrieben.

Mit Sprühfarben und Leinwänden zu einem fairen Miteinander

Die Inhalte des Projekts „Vielfalt leben“ in Form von Graffitis darzustellen, hat allen viel Spaß gemacht – so manche Schülerin und mancher Schüler wollten die Spraydosen gar nicht mehr aus der Hand geben. Stolz waren sie alle am Ende des Tages. „Es war klasse, wie begeistert alle mitgemacht haben und wie interessiert sie auch an den Sprühtechniken waren“, sagt Jörn Heilmann. „Der Zusammenhalt ist geglückt und ich denke, wir konnten allen nachhaltig einen tollen Projektabschluss bieten. Mit Ehrlichkeit und Offenheit anderen zu begegnen ermöglicht es, Brücken zu überwinden. Das Sprühen der Graffitis hat zudem gezeigt: Durch ein respektvolles Miteinander lassen sich gemeinsame Ziele erreichen.“

Graffitis laden ein, nachzudenken

Projektleiterin Christina Wendt und Lehrer Sven Dwelk ergänzen: „Das war wirklich ein toller Abschluss von einem spannenden Projekt. Die Bilder werden zu der 50-Jahr-Feier der Albert Schweitzer-Schule ausgestellt und es ist geplant, sie anschließend im Rathaus in Groß-Zimmern auszustellen. Das ist eine wichtige Wertschätzung für die Schüler*innen, die im gesamten Schuljahr intensiv mit dem Tutoren-Team von ‚Studium+M‘ zusammengearbeitet haben und immer motiviert dabei waren – obwohl die Treffen außerhalb der Unterrichtseinheiten stattfanden. Zu Recht fließt das Projekt in die Notengebung mit ein. Ein großes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben und die mit uns auf die Suche nach den eigenen ‚Schubladen im Kopf‘ gegangen sind. Es wäre schön, wenn solche Projekte in Schulen öfter ihren Platz finden würden – einbinden ließen sie sich in fast alle Unterrichtsfächer.“

 

Kontakt

Interkulturelles · Studium+M

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64283 Darmstadt

Christina Wendt

Christina Wendt
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Tel (06151) 16-29781
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